Wenn im Frühjahr frischer Rhabarber auf dem Markt liegt, lässt sich daraus mit wenig Aufwand ein aromatischer Sirup für Limonaden, Schorlen und Cocktails kochen. Ich zeige dir ein zuverlässiges Grundrezept mit klaren Mengen, die wichtigsten Schritte, die richtige Abfüllung und Varianten für den Einsatz zu Hause oder hinter der Bar.
Mit wenigen Zutaten gelingt ein vielseitiger Sirup für Küche und Bar
- 1 kg Rhabarber ergibt etwa 700 bis 900 ml Sirup.
- Für ein ausgewogenes Ergebnis sorgen 500 g Zucker, Wasser und Zitronensaft.
- Die Stangen werden ausgekocht, der Saft abgeseiht und heiß abgefüllt.
- Im Kühlschrank hält sich die geöffnete Flasche meist zwei bis drei Wochen.
- Als Schorle schmeckt der Sirup mit 1 Teil Sirup und 4 bis 5 Teilen Mineralwasser besonders frisch.

Das Grundrezept mit dem besten Verhältnis von Säure und Süße
Ich arbeite bei Rhabarbersirup gern mit einem Verhältnis, das die typische Säure nicht zudeckt. Der Rhabarber soll klar erkennbar bleiben, während der Zucker für Körper sorgt und die Flüssigkeit länger haltbar macht.
Zutaten für etwa 700 bis 900 ml
- 1 kg Rhabarber, möglichst frisch und fest
- 500 g Zucker
- 500 ml Wasser
- Saft von 1 Zitrone
- optional 1 Vanilleschote oder 1 Teelöffel Vanilleextrakt
Roter Rhabarber liefert meist eine kräftigere Farbe, geschmacklich ist grüner Rhabarber aber keineswegs schlechter. Entscheidend sind Frische, ausreichend Säure und ein schonendes Auskochen. Die Blätter gehören nicht in den Topf, da sie deutlich mehr Oxalsäure enthalten als die Stangen.
So kochst du den Sirup Schritt für Schritt
- Rhabarber waschen, trockene Enden abschneiden und die Stangen in etwa 2 cm große Stücke schneiden. Schälen ist bei jungen, zarten Stangen nicht zwingend nötig.
- Die Stücke mit Wasser in einen großen Topf geben und langsam erhitzen. Alles etwa 15 bis 20 Minuten köcheln lassen, bis der Rhabarber weich zerfällt.
- Die Masse durch ein feines Sieb oder ein Passiertuch gießen. Nicht kräftig ausdrücken, sonst kann der Sirup trüb werden und eine breiige Note bekommen.
- Den aufgefangenen Saft abmessen und mit Zucker, Zitronensaft und optional Vanille zurück in den Topf geben.
- Unter Rühren erhitzen, bis sich der Zucker vollständig gelöst hat. Den Sirup anschließend 3 bis 5 Minuten sprudelnd kochen.
- Sofort in sauber ausgespülte, möglichst sterilisierte Flaschen füllen, verschließen und abkühlen lassen.
Die ausgekochten Rhabarberstücke musst du nicht wegwerfen. Ich verwende sie gern für Kompott, Joghurt oder ein schnelles Dessert im Glas. Für besonders klaren Sirup lasse ich den Saft vor dem zweiten Aufkochen einige Minuten ruhig stehen und filtere ihn anschließend noch einmal durch ein feines Tuch.
Warum Zitronensaft mehr als nur ein Aromageber ist
Die Zitrone bringt Frische und hält die Süße im Gleichgewicht. Gerade bei sehr mildem Rhabarber verhindert sie, dass das Getränk flach schmeckt. Ich gebe den Saft erst zum gefilterten Rhabarbersaft, damit sein Aroma möglichst deutlich erhalten bleibt.
Farbe, Geschmack und Konsistenz gezielt beeinflussen
Rhabarbersirup kann hellrosa, kräftig pink oder eher bernsteinfarben werden. Die Farbe hängt von der Sorte, den Schalen und der Kochdauer ab. Langes Kochen intensiviert nicht automatisch das Aroma, sondern kann die Frische des Rhabarbers abschwächen.
| Variante | Ergänzung | Passt besonders gut zu |
|---|---|---|
| Klassisch | Zitrone und etwas Vanille | Schorle, Eistee und alkoholfreien Aperitif |
| Kräutrig | Thymian oder Minze | Gin-Drinks und leichte Sommercocktails |
| Würzig | Ingwer, Kardamom oder Sternanis | Drinks mit Rum, Wodka oder alkoholfreiem Destillat |
| Fruchtig | Erdbeeren, Himbeeren oder Apfelsaft | Bowle, Limonade und Dessertgetränke |
Bei Kräutern genügt meist eine kleine Menge, zum Beispiel zwei Zweige Thymian auf die angegebene Rezeptmenge. Ich lasse sie nur während der letzten Minuten mitziehen, weil der Geschmack sonst schnell medizinisch oder bitter wirkt.
Sirup aus Rhabarberschalen
Wenn du geschälten Rhabarber für ein anderes Gericht verwendest, kannst du die Schalen mit Wasser und Zucker auskochen. Diese Variante ist eine gute Resteverwertung, liefert aber meist weniger Fruchtkörper und ein dünneres Aroma als Sirup aus ganzen Stangen.
So bleibt der Sirup länger frisch
Sauberkeit entscheidet bei selbst gekochtem Sirup über die Haltbarkeit. Flaschen und Verschlüsse sollten gründlich gereinigt und anschließend mit kochendem Wasser oder im Backofen sterilisiert werden. Der fertige Sirup wird direkt nach dem Kochen möglichst heiß eingefüllt.
Ungeöffnet lagerst du die Flaschen am besten dunkel und kühl. Nach dem Öffnen gehören sie in den Kühlschrank. Für den privaten Gebrauch plane ich geöffnete Flaschen innerhalb von zwei bis drei Wochen ein, sofern Geruch, Farbe und Geschmack unauffällig bleiben.
- Bei Schimmel, Gärgeruch, ungewöhnlichem Druck oder Bläschen die Flasche nicht mehr verwenden.
- Nur mit sauberem Ausgießer arbeiten und nicht direkt aus der Flasche trinken.
- Kleine Flaschen sind praktischer, weil nach dem Öffnen weniger Luft an den Sirup gelangt.
- Für längere Lagerung kann der Sirup portionsweise eingefroren werden.
Eine sehr dicke Konsistenz bedeutet übrigens nicht automatisch eine bessere Haltbarkeit. Entscheidend sind vor allem Zuckergehalt, Säure, Erhitzung und hygienische Abfüllung. Wer den Sirup für einen gastronomischen Betrieb produziert, sollte zusätzlich mit standardisierten Rezepturen und dokumentierten Kühlketten arbeiten.
Rhabarbersirup als Basis für Getränke und Cocktails
Für eine einfache Rhabarberschorle mische ich 1 Teil Sirup mit 4 bis 5 Teilen gekühltem Mineralwasser. Eiswürfel, Zitronenzeste und ein kleiner Minzzweig reichen als Garnitur völlig aus. Bei stark kohlensäurehaltigem Wasser gieße ich vorsichtig auf, damit die Schorle nicht überschäumt.
Alkoholfreier Rhabarber Spritz
- 30 ml Rhabarbersirup
- 20 ml Zitronensaft
- 60 ml alkoholfreier Aperitif oder Verjus
- 100 ml Soda oder alkoholfreier Schaumwein
- Eiswürfel und Zitronenzeste
Alle Zutaten außer Soda auf Eis rühren und mit dem sprudelnden Anteil auffüllen. Das Ergebnis lebt vom Kontrast zwischen Säure, Frucht und Kohlensäure, deshalb würde ich hier keinen zusätzlichen Zucker verwenden.
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Ein einfacher Longdrink für die Bar
Für einen leichten Drink funktionieren 20 bis 30 ml Sirup, 40 ml Gin, 20 ml Zitronensaft und etwa 100 ml Soda sehr zuverlässig. Mit einem trockenen Gin bleibt der Rhabarber im Vordergrund; ein stark zitrischer Gin kann die Säure dagegen zu weit nach vorne schieben.
Auch mit Prosecco, Tonic Water oder trockenem Sekt lässt sich der Sirup kombinieren. Ich dosiere zunächst sparsam und gebe lieber nach, denn ein zu süßer Longdrink lässt sich nur schwer korrigieren. Ein Spritzer Zitronensaft oder etwas Soda bringt meist schneller Balance als zusätzlicher Alkohol.
Diese Fehler machen den Sirup unnötig schwach
- Zu viel Wasser: Der Sirup schmeckt dünn und benötigt später mehr Zucker. Wasser deshalb möglichst genau abmessen.
- Zu langes Kochen: Das Aroma wird marmeladig und die Farbe dunkler. Sobald der Rhabarber weich ist, reicht das Abseihen.
- Unsaubere Flaschen: Selbst ein gutes Rezept wird dadurch schnell unbrauchbar. Die Abfüllung verdient genauso viel Aufmerksamkeit wie das Kochen.
- Zu wenig Säure: Vor allem milde Sorten brauchen Zitronensaft, damit der Geschmack lebendig bleibt.
- Heiß mit Kohlensäure mischen: Sirup erst vollständig abkühlen lassen, bevor er für Schorlen oder Cocktails verwendet wird.
Wenn der Sirup zu süß geworden ist, kannst du ihn beim Servieren mit mehr Soda oder Zitronensaft ausgleichen. Ist er dagegen zu dünn, lässt er sich noch einmal mit etwas Zucker einkochen. Ich würde dabei in kleinen Schritten arbeiten, weil sich die Konsistenz beim Abkühlen noch verstärkt.
Der beste Ansatz für die nächste Flasche
Für den ersten Versuch empfehle ich die klassische Kombination aus Rhabarber, Zucker, Zitrone und etwas Vanille. Sie ist vielseitig genug für die Schorle und zugleich präzise genug für Cocktails, ohne dass ein Gewürz den Charakter der Frucht verdeckt.
Notiere dir nach dem Abfüllen kurz, wie süß und konzentriert dein Sirup geworden ist. Schon kleine Unterschiede bei Sorte, Reife und Saftausbeute verändern das Ergebnis, und mit dieser Notiz kannst du die nächste Charge gezielt anpassen.